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Wie ich zum Vegetarier wurde Ich weiss nun kaum noch wie lange es schon her ist, ich meine es war im Sommer 2004, als ich beschloss, mich nur noch vegetarisch zu ernähren. Ich war bei Klaus, wo wir einen Brunnen versuchten zu bohren. Im Laufe dieses Tages fragte er mich, ob ich nicht auch Lust hätte mit zum jährlichen Makrelenangeln zu kommen? Ich liess die Antwort offen, da ich in diesem Moment ein leises Knacken im Nacken verspürte. Wenige Tage später war ich wieder bei Klaus und er zeigte mir die Bilder des letztjährigen Makrelenangelns. Dort sah ich dann eine einzelne Makrele in einem weissen Eimer liegen, tot und auf dem Boden um sie war ein wenig Blut zu sehen. Es war mir wie ein Stich ins Herz, sie tat mir unendlich Leid. Ab diesem Moment informierte ich mich, ob es für einen Menschen möglich sei, auch ohne Fleisch und Fisch überleben zu können. Ich stöberte an den Folgetagen im Internet und stellte fest, dass es für uns durchaus möglich ist, sich fleischlos zu ernähren. Und seit diesem Tage esse ich keinen Fisch mehr und kein Fleisch. In der Folgezeit beschäftigte ich mich auch einmal näher mit den Themen der Viehzucht. Dabei musste ich dann auch erkennen, dass die meisten Tiere nur leben, um für uns zu sterben. Auf den Wegen zur Arbeit kam ich immer an Feldern und Wiesen vorbei, wo Schweine und Kühe zu sehen waren. Da wurde mir wieder bewusst, dass der Mensch auf unserem Planeten das grösste Raubtier ist. Rücksichtslos, auf den eigenen Profit bedacht, zumindest in vielen Fällen, werden die vielen Leben ausgelöscht. Heutzutage geht es in vielen Fällen nur noch ums Geld, der eigentliche Zweck, unsere Ernährung, rückt in den Hintergrund. Wenn man mal wieder von einem „Gammelfleischskandal“ hört und dort nur über so und soviel Tonnen Rindfleisch hört, man sich vorstellt, dass Bullen bis zu 1.200 kg wiegen können, Kühe bis zu 800 kg, dann teilt man mal diese genannten Tonnen durch ein durchschnittliches Gewicht und schliesslich sieht man vor sich beispielsweise 100 Tiere die umsonst für uns gestorben sind. Was stellt der Mensch denn überhaupt alles an, um neue Weideflächen erschliessen zu können? Er schadet sich hier selbst in starkem Maße. Die Auswirkungen bekommen wir durch den Klimawandel langsam zu spüren. Schauen wir mal nach Südamerika. Durch die Globalisierung bekommen die Menschen dort auch Zugang zu den anderen Märkten der Welt. Dort wird tropischer Regenwald, der Wasserspeicher der Erde, in grossem Stile abgeholzt um Weideflächen anlegen zu können. Mittlerweile ist Brasilien der wohl grösste Fleischexporteur mit ca. 200.000.000 Tieren derzeit auf den Weideflächen. Wenn ich heutzutage an einer Weide vorbeifahre und den Tieren wieder in die Augen sehen kann, bin ich glücklich, dass für mich kein Tier mehr sterben muss, damit ich lebe. Doch verspüre ich auch einen Schmerz, da ich um deren Schicksal weiss. Und wenn ich dann auf der Autobahn mal wieder einen Tiertransport überhole, bleibt mir nur, ihnen eine gute Wiedergeburt zu wünschen und dass sie auf dem Weg dahin kein Leid verspüren. Auch möchte ich niemanden überreden, ebenfalls zum Vegetarier zu werden (wir können schließlich immer nur uns selbst ändern), doch einmal ein wenig darüber nachzudenken und sich bewusst zu werden, was dahinter steckt, ein Leben, das ist es was ich möchte. |